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Flexible Holzwerkstoffplatten

Flexible Holzwerkstoffplatten
Materialgruppen:
Holz > Holzwerkstoffe > Weitere Holzwerkstoffe Materialbeschrieb Flexible Holzwerkstoffplatten sind Platten aus herkömmlichen Holzwerkstoffen, die durch ein- oder zweiseitige Einschnitte flexibilisiert werden. Spezielle Einschneideverfahren ermöglichen die Verwandlung handelsüblicher Holzwerkstoffe wie MDF-, OSB-, Sperrholz- oder Mehrschichtplatten in biegsame Halbfabrikate. Die Herstellung basiert auf einem patentierten Verfahren mit verschiedenen Schnittarten, die sich im visuellen Erscheinungsbild, in der Beweglichkeit und Verformbarkeit sowie in der schallabsorbierenden Wirkung unterscheiden. Durch die Einschnitte wird das Material flexibel, so dass damit, als Alternative zu bekannten Verfahren wie Dampfbiegen oder Schichtverleimen, ebenfalls geschwungene und gewellte Formen ausgeführt werden können. Die biegsamen Platten sind optisch von besonderer Art, sie wirken transparent, leicht und fast textil, ein Eindruck, der sich noch verstärkt, wenn man das Material in Wellen anordnet. Die tiefen Schlitze setzen den optischen Kontrast von Licht und Schatten in der dreidimensionalen Verformung besonders in Szene. Die durch die Perforierung bereits sehr hohe schallabsorbierende Wirkung lässt sich in Kombination mit textilen Mittellagen oder Dämmstoffen noch steigern. Flexible Holzwerkstoffplatten können wie ihre starren Pendents bearbeitet werden: Sie lassen sich zuschneiden, fräsen und schleifen sowie verschieden oberflächenbehandeln. Zudem kann man sie je nach Anwendungsbereich mit herkömmlichen Verbindungen auf Unterkonstruktionen befestigen sowie durch andere Massnahmen in ihrer Form fixieren. Flexible Holzwerkstoffplatten lassen sich besonders gut als raumtrennende Elemente, als Wand- und Deckenverkleidung allgemein sowie überall dort einsetzen, wo erhöhte Schallschutzanforderungen bestehen. Hintergrund Geschichte:
Der natürlichen, durch Spannung im Material Massivholz hervorgerufenen Verformung durch Schlitzen und Kerben entgegenzuwirken ist eine altbekannte Technik. So können geschüsselte, d. h. verzogene Bohlen und Bretter durch Einschnitte auf der Rückseite entspannt werden. Bereits im Mittelalter fand dieser Eingriff Anwendung, z. B. um die Verformung von Tafelbildern zu reduzieren. Vereinzelte Funde von eingeschnittenen Holzbalken aus Wikingerschiffen weisen aber darauf hin, dass Holz schon damals mit gezielten Einschnitten für die Konstruktion des Buges verformt wurde. Erst die Verbindung von neuen homogenen Holzwerkstoffen und computergesteuerten Maschinen ermöglichte indessen eine exakte und rationelle Herstellung flexibler und doch bruchfester Platten. Herstellung Fertigung:
Verarbeitet werden handelsübliche MDF- (Mitteldichte Faserplatten), OSB- (Langspanplatten), Sperrholz- oder Mehrschichtplatten. Die jeweilige Schnittanordnung wird in einem patentierten Verfahren auf einer CNC-Maschine ausgefräst. Für die angestrebte Flexibilität sind Einschnittgeometrie und Wahl des Holzwerkstoffs entscheidend. Eigenschaften Besonderheiten:
Die Einschnitte können an der Oberfläche durchgehend oder in Schnittrichtung sichtbar abgesetzt sein. Bei durchgehenden Einschnitten entsteht ein regelmässiges, ruhiges und homogenes Schnittbild, bei abgesetzten hingegen ergeben sich neben den vertikalen auch horizontale Linien. Bei einseitig eingeschnittenen Platten unterscheiden sich Vorder- und Rückseite deutlich, bei beidseitig eingeschnittenen sind beide Seiten gleich. Erscheinung:

Farbe: Beigetöne, Brauntöne, Grautöne
Die Farben entsprechen den jeweils verarbeiteten Naturhölzern oder Holzwerkstoffen. Beständigkeit:

Witterungsbeständigkeit: bedingt beständig
Dies gilt nur bei Verwendung von witterungsbeständigen Holzwerkstoffen wie z. B. Mehrschichtplatten aus Fichte, Lärche usw. Bearbeitung Lieferformen:
Formate und Qualität richten sich nach den verarbeiteten Holzwerkstoffen (Dreischichtplatten, Sperrholz oder MDF). Die flexiblen Platten werden auf Wunsch rückseitig mit Akustikvlies belegt und können mit oder ohne Oberflächenbehandlung bezogen werden. Fügen und Verbinden: kleben, nageln, schnappverbinden, schrauben
Oberflächenbearbeitung: beizen, schleifen
Beim Beizen ist darauf zu achten, dass die Schnittkanten unter Umständen mehr Farbe annehmen können und es zu Fleckenbildung an den Kanten kommen kann. Oberflächenbehandlung: bedrucken, beizen, bemalen, beschichten, lackieren, lasieren, ölen, wachsen
Flächige Beschichtungen wie Laminate, Furniere usw. müssen vor dem Einschneiden aufgebracht werden. Bei Oberflächenveredelungen sind die Schnitttiefen zu berücksichtigen. Trennen und Subtrahieren: bohren, feilen, fräsen, sägen

Anwendung Anwendungsgebiete:
Architektur, Innenarchitektur, Messe- und Möbelbau Anwendungsbeispiele:
Akustikwände und Deckenelemente, Trennelemente, flexible Paravents Sammlungen

Muster in folgenden Sammlungen: ETH Zürich Baubibliothek, Gewerbemuseum Winterthur, HSLU T+A Campus Horw, Sitterwerk St. Gallen, ZHAW Winterthur Halle 180, ZHdK Medien- und Informationszentrum
Standort in der Sammlung: ETH Zürich Baubibliothek:
HW Gewerbemuseum Winterthur:
Holzwerkstoffe > Schublade 25 HSLU T+A Campus Horw:
Ebenau 22 ZHAW Winterthur Halle 180:
BauStoffArchiv Spezialmuster: ZHDK Medien- und Informationszentrum:
A4, diverse Bezugsquelle Bezugsquelle Sammlungsmuster:
dukta GmbH, Zürich Quellennachweis Weitere Quellen:
Produktinformationen dukta sowie www.dukta.com (Stand 12.11.2012) Expertin / Experte:
Serge Lunin Material-Archiv-Signatur:
Hol_Wer_Wei_2 Bilder

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